Tierschutzprozess 68. Tag

09. Februar 2011 | 21:38 Uhr | Daniel Kirchmaier

Freitag 4. Februar 2011

Inhalt:

  • Befangenheitsantrag von DI Völkl gegen die Richterin

Der heutige Prozesstag nahm eine völlig überraschende Entwicklung. Eigentlich war die mit Spannung erwartete Einvernahme des Polizeiführers Franz Raab von Spitzel 2, Codename VP 481, vorgesehen. Doch dann ergriff DI Völkl das Wort und verbrachte den gesamten Rest des Tages damit, seinen 100 Punkte umfassenden Befangenheitsantrag vorzutragen. Nach einer einstündigen Pause lehnte die Richterin den Antrag ab und schloss die Sitzung  für den Tag. Den Zeugen hatte sie schon vorher nach Hause geschickt.

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Tierschutzprozess 67. Tag

09. Februar 2011 | 20:32 Uhr | Daniel Kirchmaier

Donnerstag 3. Februar 2011

Inhalt:

  • Vierter Tag der Einvernahme der verdeckten Ermittlerin “Danielle Durand”

Heute wurde zum vierten und letzten Mal die verdeckte Ermittlerin mit dem Decknamen „Danielle Durand“ einvernommen. Die Fragen stellten diesmal fast ausschließlich die Angeklagten. Dabei zeigte sich die Zeugin eher kooperativ und entlastete diejenigen Angeklagten, die sie kannte, stark. Auffällig war wieder einmal, dass die Vier Pfoten ganz offensichtlich gezielt aus den SOKO-Ermittlungen herausgehalten wurden. Die einzige Person, die die verdeckte Ermittlerin an „radikal“ bezeichnete, war der Rechercheleiter der Vier Pfoten, der auch Recherchecamps veranstaltete. Dennoch war die verdeckte Ermittlerin an ihm völlig desinteressiert und konnte in der Befragung nicht wirklich erklären, warum das so war.

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Artikel geschrieben von Daniel Kirchmaier

Protokoll von Spitzel VP 481

08. Februar 2011 | 21:42 Uhr | Daniel Kirchmaier

Am 26. Jänner 2011 verteilte die Richterin den Bericht des Führers von Spitzel 2 unter dem Code VP 481. Der Führer Franz Raab ist aus derselben Abteilung für verdeckte Ermittlungen im Bundeskriminalamt wie der Führer von Spitzel 1 “Danielle Durand”. VP steht dabei für Vertrauensperson und bezeichnet Personen, die zwar genauso wie verdeckte ErmittlerInnen (VE) in verdächtige Gruppierungen eingeschleust werden, aber keine Polizeiausbildung haben sondern “Laien” sind. Spitzel 2 oder VP 481 war von Anfang Mai 2007 bis Anfang November 2007 auf Auftrag der SOKO Bekleidung in den VGT eingeschleust. Auch sie hat, wie dem unten angegebenen Protokoll ihres Führers zu entnehmen ist, nichts Kriminelles im VGT gefunden. Sie war bei einigen Kleider Bauer Demonstrationen sowie anderen Veranstaltungen anwesend. Mehrmals waren Spitzel 1 und Spitzel 2 gleichzeitig bei derselben Veranstaltung. Laut Auskunft von Spitzel 1 war dieser Umstand den beiden nicht bekannt, sie hielten sich also gegenseitig für echte Tierschützerinnen. Auch Spitzel 2 entlastet die Angeklagten im Tierschutzprozess, weil den Protokollen keine Spur eines Hinweises auf eine kriminelle Organisation zu entnehmen ist.

Hier der Bericht:

http://www.tierrechtsradios.at//files/Tierschutzprozess-Bericht-von-zweitem-Polizeispitzel.pdf

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Tierschutzprozess 66. Tag

08. Februar 2011 | 21:23 Uhr | Daniel Kirchmaier

Mittwoch 26. Jänner 2011

Inhalt:

  • Einvernahme des Sachverständigen zur Schweinebefreiung Prof. Josef Troxler

Heute wurde die Befragung des Sachverständigen Prof. Josef Troxler vom Institut für Tierschutz und Tierhaltung der veterinärmedizinischen Universität Wien begonnen. Er hat ja bereits sein Sachverständigengutachten zur Frage, ob die Befreiung von Schweinen aus einer Tierfabrik Tierquälerei war, vorgestellt. Sein Ergebnis war, dass es durch die Befreiung zu nicht nur kurzfristigen Schmerzen, Leiden und Schäden gekommen sei. Diese Nachteile der Schweine hätten sich daraus ergeben, dass sie nach Ansicht des Sachverständigen einerseits Hunger gelitten hätten, obwohl sie in die Tierfabrik zurückgehen konnten, um dort zu essen. Und zweitens hätte es Rangkämpfe zwischen einigen Tieren gegeben. Das würde den Tatbestand der Tierquälerei erfüllen.

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Tierschutzprozess 65. Tag

07. Februar 2011 | 10:45 Uhr | Daniel Kirchmaier

Dienstag 25. Jänner 2011

Inhalt:

  • Dritter Tag der Einvernahme der verdeckten Ermittlerin “Danielle Durand”

Der heutige war der dritte Tag der Einvernahme der verdeckten Ermittlerin „Danielle Durand“. Nach einigen abschließenden Fragen durch Richterin und Verteidigung konnte auch der erste Angeklagte etwa 3 Stunden lang Fragen, bevor der Prozesstag zu Ende ging. Die zentralen Themen dabei waren die Email-Liste Fadinger, von der die verdeckte Ermittlerin sagte, sie habe dort bis Ende 2008 alle Emails mitgelesen. Dann erklärte die verdeckte Ermittlerin, dass sie auf allen Treffen und Plena des VGT anwesend war und mitdiskutiert habe. Alle Entscheidungen, auch die über Anstellung und wie das Geld auszugeben sei, habe man basisdemokratisch abgestimmt. Sie war auch auf der einzigen Generalversammlung des VGT in dieser Zeit anwesend.

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Tierschutzprozess 64. Tag

01. Februar 2011 | 21:09 Uhr | Daniel Kirchmaier

Montag 24. Jänner 2011

Inhalt:

  • Zweite Einvernahme der verdeckten Ermittlerin

Der gesamte heutige Tag war der weiteren Einvernahme der verdeckten Ermittlerin „Danielle Durand“ gewidmet. Dabei fragten Richterin, Staatsanwalt und VerteidigerInnen, die Angeklagten kamen noch nicht zu Wort. Allerdings konnte die Befragung trotz kontradiktorischer Einvernahme direkt vorgenommen werden, d.h. die Fragen aus dem Gerichtssaal wurden von der Zeugin im Nebenraum gehört. Die Richterin war heute ausnahmsweise sehr freundlich.

Die verdeckte Ermittlerin blieb bei ihren entlastenden Aussagen, dass sie nie etwas strafrechtlich Relevantes habe beobachten können, weder eine strafrechtlich relevante Handlung noch die Planung oder Organisation einer solchen. Zu den Angeklagten befragt, sagte die verdeckte Ermittlerin, dass sie Springer, Mag. Hnat und DDr. Balluch sehr gut gekannt habe, die anderen viel weniger oder gar nicht.

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Tierschutzprozess 63. Tag

23. Dezember 2010 | 20:41 Uhr | Daniel Kirchmaier

Donnerstag 16. Dezember 2010

Inhalt:

  • Streit um die PolizeischülerInnen im Gerichtssaal
  • Streit um die kontradiktorische Einvernahme der verdeckten Ermittlerin
  • Einvernahme der verdeckten Ermittlerin

Am heutigen Prozesstag, dem letzten vor Weihnachten und dem Jahreswechsel, stand endlich die Einvernahme der verdeckten Ermittlerin auf dem Programm. Zunächst wurde noch den Großteil des Tages über die Art der Einvernahme dieser Zeugin gestritten. Die Verteidigung sträubte sich vehement gegen eine kontradiktorische Einvernahme, weil ihrer Ansicht nach dadurch das Fragerecht stark eingeschränkt wäre. Das deshalb, weil bei einer kontradiktorischen Einvernahme die Richterin allein die Fragen stellen kann und aus dem bisherigen Prozessverlauf hinlänglich bekannt ist, dass die Richterin gerne die Fragen der Verteidigung völlig umformuliert. Das könnte sie bei kontradiktorischer Einvernahme ungehemmt. Dennoch wurde dann in den letzten 2 Stunden die verdeckte Ermittlerin tatsächlich kontradiktorisch einvernommen. Die Einvernahme konnte aber nicht beendet werden.

Die Aussagen der verdeckten Ermittlerin waren extrem entlastend für die Angeklagten. Die Richterin fragte zunächst zum Verhältnis der verdeckten Ermittlerin zu DDr. Balluch und dabei kam heraus, dass es ein gewisses Vertrauensverhältnis gegeben habe, dass DDr. Balluch immer freundlich gewesen sei und dass man gemeinsam viele Aktionen durchgeführt habe. Die verdeckte Ermittlerin war auch oft im VGT-Büro und im Materiallager dieses Vereins. Weder bei DDr. Balluch noch an diesen Orten hatte sie je etwas Kriminelles wahrnehmen können. Zu Mag. Hnat sagte sie, dass sie kein sexuelles Verhältnis gehabt habe. Ihr Gesamteindruck des inkriminierten Tierrechtsgatherings in Holland war, dass es sich um ein Treffen von TierschützerInnen aus verschiedenen Ländern gehandelt habe, die sich gegenseitig von ihren legalen Kampagnen erzählt haben.

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Tierschutzprozess 62. Tag

23. Dezember 2010 | 12:36 Uhr | Daniel Kirchmaier

Mittwoch 15. Dezember 2010

  • Einvernahme Stefan Wappel, Führer der verdeckten Ermittlerin
  • Streit um kontradiktorische Einvernahme der verdeckten Ermittlerin

Am heutigen Tag wurde die Einvernahme des Führers der verdeckten Ermitterlin, Stefan Wappel, zu Ende gebracht. Die Verteidigung und die Angeklagten arbeiteten dabei noch besser heraus, dass diese Ermittlungsmaßnahme offensichtlich eine nicht-genehmigte Ermittlung nach der Strafprozessordnung war. Ein Schwerpunktthema heute war die Kommunikation von Wappel mit den Behörden in der Schweiz und in Holland. Die entsprechenden Briefe wurden nämlich heute vorgelegt. Darin ist von Zielpersonen und einem Verdächtigenkreis die Rede, gegen die ermittelt wurde, was nach Ansicht der Verteidigung widerlege, dass die verdeckte Ermittlung der Gefahrenabwehr gedient habe.

Die Richterin verhinderte in zunehmendem Masse die Fragen durch die Verteidigung und insbesondere durch die Angeklagten. Als Druckmittel wurde sogar der Vorwurf verwendet, dass die Angeklagten keine Fragen an Wappel mehr stellen sollten, ansonsten sei es ihre Schuld, wenn die verdeckte Ermittlerin nicht mehr einvernommen werden könne. Dabei gab es noch einige wichtige Fragekomplexe, wie z.B. das Verhältnis von BAT und VGT, die Militanz der Angeklagten oder ob die verdeckte Ermittlerin ein Vertrauensverhältnis insbesondere zu DDr. Balluch habe aufbauen können oder nicht. Doch diese Fragen wurden zuletzt auf Druck der Richterin nur mehr gestreift.

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Tierschutzprozess 61. Tag

22. Dezember 2010 | 13:27 Uhr | Daniel Kirchmaier

Montag 13. 12. 2010

Inhalt:

  • Einvernahme des Führers der verdeckten Ermittlerin, Stefan Wappel

Am heutigen Tag fand die bereits lange erwartete Befragung des Führers der verdeckten Ermittlerin statt. Eigentlich hätte auch sie selbst einvernommen werden sollen, aber die Befragung des Führers Stefan Wappel dauerte erwartungsgemäß den ganzen Tag und die Fortsetzung wurde für den nächsten Gerichtstag vorgesehen.

Es gab zwei wesentliche Fragenkomplexe bei dieser Einvernahme. Einerseits, ob es sich tatsächlich um eine Gefahrenabwehr nach dem Sicherheitspolizeigesetz oder um eine nicht-genehmigte verdeckte Ermittlung nach der Strafprozessordnung gehandelt hatte. Hier bestand Wappel sehr intensiv darauf, dass es um Gefahrenabwehr gegangen sei, fast schienen seine Antworten eingeübt. Immer und immer wieder wiederholte er das Mantra „Gefahrenabwehr“, selbst bei offensichtlichen Widersprüchen wie bei der Entfernung von Trinkflaschen zur DNA-Abnahme. Zusätzlich versuchte er offenbar SOKO-Chef Mag. Zwettler zu schützen, weil er immer betonte, mit Mag. Zwettler nie kommuniziert zu haben. Sollte sich die verdeckte Ermittlung also als illegal herausstellen, dann könnte auf Basis der heutigen Aussage Mag. Zwettler behaupten, er habe nichts davon gewusst, was allerdings sehr unwahrscheinlich wäre. Immerhin habe laut Wappel die SOKO den Auftrag zur verdeckten Ermittlung gegeben und immer wieder konkrete Anweisungen mitgeteilt. Wie kann der Chef der SOKO davon nichts wissen?

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Artikel geschrieben von Daniel Kirchmaier

Die Spitzel-Protokolle

19. Dezember 2010 | 18:14 Uhr | Daniel Kirchmaier

Im folgenden veröffentlichen wir jetzt die gesamten vorliegenden Protokolle der verdeckten Ermittlerin. Sie war auf 208 Veranstaltungen des VGT, davon 76 Demonstrationen gegen Kleider Bauer und eine lange Reihe von im Strafantrag inkriminierten Events. Wer diese Protokolle gelesen hat, kann nicht umhin, den VGT für eine lustig-bunte Gemeinschaft von tierlieben Menschen zu halten, aber sicher nicht für eine kriminelle Organisation.
PDF-Download (3,28 Mb)

Artikel geschrieben von Daniel Kirchmaier